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21.04.2017  |  Text: Jens Kratschmar  |   Bilder: Yamaha
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Yamaha SCR 950


Offiziell nimmt Yamaha im Hinblick auf die neue SCR 950 den Namen »Scrambler« nicht in den Mund – dabei funktioniert sie auch abseits von Asphalt


Überraschend leicht hat sich die SCR 950 in mein Herz gefahren. Von allen zwar Scrambler genannt, nennt Yamaha offiziell diesen Titel nie, denn auf dem Papier spricht nichts für einen Einsatz einer XV 950 – was sie im Herzen immer noch ist – abseits befestigter Straßen. Wäre da nicht das Ergebnis, wenn es ohne Sinn und Verstand einfach mal gemacht wird: Launig über Feldwege brettern mit anhaltendem Glücksgefühl.

Hauptanteil am hinzugewonnenen Einsatzgebiet haben der neue, verschraubte Heckrahmen, der überbreite Lenker, eine neue Dämpferabstimmung und natürlich die Bridgestone Trailwing-Pneus auf den neuen Speichenfelgen – vorn mit 19 Zoll und hinten mit 17 Zoll Größe. Aber auch die nach hinten und oben verlegten Fußrastenbringen in Verbindung mit der deutlich erhöhten Sitzbank (Plus 140 mm Sitzhöhe!) eine fahraktive, aber gelassene Körperhaltung.

Der Körper schaltet bei der SCR 950 automatisch in die coole Haltung und schwingt im Beat des 54-PS-V2 locker durch die Straßen

Doch empfiehlt es sich im Offroad-Einsatz auf Schlaglöcher oder Sprünge zu verzichten, zwar sind die Dämpfer dafür besser abgestimmt, aber der Stahlklotz bringt immer noch stattliche 252 Kilo auf die Uhr. Plus Fahrer schlägt die Kiste einfach gnadenlos durch, was dann gerne mal mit einer unfeinen Landung im Acker enden kann. Ergo: Feldweg ja; alles darüber sollte vermieden werden.

Eine Empfehlung hingegen bekommen Abstimmung und Ergonomie auf der Straße: Der Körper schaltet automatisch in die coole Haltung und schwingt im Beat des 54-PS-V2 locker durch die Straßen. 80 Nm aus 942 Kubik schieben ausdauernd, doch nicht übermäßig durch die Kurven: Ein entspanntes, bollerndes Cruisen ohne Stress und Hektik. Das unterscheidet die SCR »Scrambler« sehr klar von den Triumphs, BMWs und Ducatis dieser Klasse. Während jene da den Ausritt ins Grün gerade zu forcieren, bleibt die Yamaha gelassen. Fast alles kann, nicht alles muss.

Die Yamaha SCR 950 ist für 9.895 Euro plus Nebenkosten zu haben

Auch an die Umbauer unserer Welt hat Yamaha gedacht und die Konstruktion des Heckrahmens geplant: Der verschraubte Rahmen hat schon ein gebogenes Ende und nach Entfernen von Fender und Flak-Scheinwerfer hinten, kuckt keck ein kleiner Po hervor. Und die Sitzbank hat genau an dem Platz, wo ein kleines LED-Rücklicht hingehört, eine Aussparung – na, wenn das keine Einladung ist. Eine Einladung ist auch der Einstandspreis von 9.895 Euro plus Nebengeräusche beim Händler des Vertrauens. Kein Schnäppchen, aber es gibt eine Menge Motorrad für die Kohle und auch eine Menge Spaß auf der Gass.
 

Technische Daten

Yamaha SCR 950
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertaktmotor
ohc-Vierventiler
942 ccm (Bohrung/Hub 85 x 83 mm)
54,3 PS bei 5500 /min

Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Gabel: Tele
Räder: 19 Zoll vorn, 17 Zoll hinten
Bremsen: Scheiben

Leergewicht: 252 kg
Radstand: 1575 mm
Preis: 9.895,00 Euro

www.yamaha.de

Text: Jens Kratschmar
Bilder: Yamaha

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