Triumph Thunderbird 6T von Freakie Motorcycles

28.04.2017  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Volker Rost
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Triumph Thunderbird 6T von Freakie Motorcycles
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Badeschlappen an und los – auf einer Triumph 6T entdecken wir die Leichtigkeit des Fahrens neu. Gebaut wurde der Anarcho-Chopper 2010 von Freakie Motorcycles, gefahren wird er bis heute
Es artete mal wieder völlig aus«, kratzt sich Jürgen Hellekes, Mastermind von Freakie Motorcycles am Kopf, als wir denselben schüttelnd vor seiner Thunderbird stehen. Aus einem Haufen Schrott hat Jürgen in den letzten sechs Monaten eine lässige Fahrmaschine gebaut, die fast besser in den Süden Kaliforniens als ins hessische Hinterland passen würde. Den Schrotthaufen erstand er übrigens im Tausch gegen eine Ladung Heizöl von einem Kumpel, ein Jahr gammelten die Teile schließlich in der Werkstatt rum, bevor Jürgen sie zum Kauf anbot. Und tatsächlich, es meldete sich ein potentieller Käufer, der mal direkt 1000 Euro anzahlte. »Ein paar Monate später kamen nochmal 500 Ocken und von da an hab ich von dem Typ nie wieder was gehört«, erzählt Jürgen weiter. Das war zu dem Zeitpunkt, als ein beschissener Winter 2008 vor der Tür stand und eh alle von Oldschool laberten, also entschloss sich Jürgen, die Triumph endgültig selbst aufzubauen, »die Marke steht ja allemal für coole Kisten.«

Triumph Thunderbird 6T von Freakie Motorcycles

Alte Harley-Gussräder und die Milwaukee-Springergabel waren schnell montiert, so stand das Chassis gleich fest. »Der Rest sollte handmade sein und möglichst auf Kaufteile verzichten«, erklärt der Riedstädter seine Auffassung vom puristischen Altmetall. Und dann kam diese Sache mit dem Ausarten. »Da die alten Triumphs rechts geschaltet werden, kam nur eine Handschaltung in Frage. Gebremst wird über ein Integrales Bremssystem, mit dem rechten Fuß, vorn und hinten. Hinten sollte eine Ritzelbremse verbaut werden damit die rechten Radseiten frei bleiben. Geschaltet und gekuppelt wird dann per Tankschaltung. Der Lenker sollte natürlich clean bleiben, und somit wird über einen innenliegenden Gaszug für Vortrieb gesorgt.«, ächzt der Freak, der nahezu alles selbst baute. Nur die Antriebseinheit schickte er zu den Spezies von Southern Division. Die überholten den Pre Unit-Motor von Grund auf. Die Gravuren am Aggregat zeichnete Tattoo Moni mit ’nem Edding vor, Jürgen und Freund Kevin frästen sie danach mit dem Dremel ein. Für die vergoldeten Teile war der Vetter zuständig, der Vintage-Lack war von vornherein eingeplant, ebenso wie Weißwandreifen mit olivfarbenen Felgen. 

»Lo Mejor de la Vida« – Die beste Zeit des Lebens: Stell dich vor diese Kiste und du entdeckst immer wieder neue Details

Beim Schriftzug sollte dagegen Blattgold zum Einsatz kommen. »Wild Air Hörby, der alte Hustler, hatte richtig Bock auf die Bemalung der Zapata genannten Kreation, und somit wurde gesprüht, geschliffen und getrunken bis wir schwindelig waren.«, erzählt Jürgen vom Lackjob. Für die Verkabelung dagegen zeichnete ein Mann mit dem ominösen Spitznamen »Electric Einstein« verantwortlich. »Und eigentlich weiß keiner, wann das Bike fertig geworden wäre, wenn der Praktikant keinen Bock auf den Job gehabt hätte.«, eine wirkliche Freakshow offenbart sich uns beim Fotoshoot. Und nun wollen wir natürlich auch noch wissen, wie fährt sich die Zapata?

Triumph Thunderbird 6T von Freakie Motorcycles

Während Marlon Brando auf einer T-Bird seinerzeit die schwarze Lederjacke gesellschaftsfähig machte, schwingt sich Jürgen in FlipFlops und T-Shirt auf sein Bike. Und mit Halbschale natürlich, soll ja sicher sein. Zugunsten seiner Bandscheiben verzichtete er beim Bau auf Spielereien wie vorverlegte Rasten und brettharte Sitzmöbel. »Ein Federsattel war Pflicht«, erklärt er. Ob er sich angesichts des, natürlich, starren Hecks nicht in die eigene Tasche lügt? Nö, tut er nicht, sondern fährt in einer unglaublichen Nonchalance Meter um Meter auf dem ultraschmalen Krad. Denn schließlich war die T-Bird, als sie in den 50ern erschien, ein Superbike für damalige Maßstäbe. Darüber mag man bei unter 50 PS heute schmunzeln, erscheint der Vogel doch angesichts doppelt so hoher moderner Reiseenduros oder vollverkleideter Sportbikes eher wie ein Spielzeug. Aber es ist nunmal nicht nur Leistung, die uns antreibt, sondern vorrangig Gefühl. Und wenn du deine klammen Fingerchen vom dürren Bonanza-Ape zum Shifter führst, um das Vierganggetriebe zu schalten, dann bist du halt weit weg von HighTech und Billet und breit und monster. Dann bist du da, wo Motorradfahren seinen Ursprung hat, mit einem klassischen Zweizylinder unter und dem Drang nach Freiheit in dir. Und dann ist es auch egal, ob du auf dem Salzsee oder in Hessisch Sibirien quirlst. 
Ach ja, und dann war da ja noch der Name. Weil Jürgen es grün mag und auf Tarnmuster steht, verbindet man Freakie Motorcycles mit Militärischen. Deswegen musste auch ein Held herhalten. »Emilio Zapata war ein Mexikanischer Freiheitskämpfer, der auf bestialische Art und Weise ermordet wurde.«, erklärt uns Jürgen. »Aber denkt nicht zuviel drüber nach. Lo Mejor de la Vida!«
 

Technische Daten

Triumph Thunderbird 6T »Zapata«, Baujahr 1960
Erbauer: Jürgen Hellekes/Freakie Motorcycles

Motor
Zweizylinder-Viertakt, ohv-Zweiventiler, 
649 ccm (Bohrung/Hub 71 x 82 mm)

Vergaser: Amal
Kolben: STD Thunderbird von JP
Zündung: Boyer Elektronic
Auspuff: Freakie Motorcycles
Getriebe: Viergang, Handschaltung
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 47 PS bei 6700/min
Drehmoment: 55 Nm bei 4700/min
Leistung: 170 km/h

Fahrwerk
Duplex-Rahmen mit anschraubbarem 
starrem Heck
Gabel: H-D Springer
Räder: H-D Gussräder mit vorn 100/90-19: : hinten 5.00-16
Bremsen: vorn Zweikolbenbremse
: hinten SSC Ritzelbremse

Zubehör
Lenker: Bonanza Ape 7/ Freakie
Tank: Freakie Motorcycles
Rücklicht: Shark Nose LED
Instrumente: motogadget Minitacho
Armaturen: Freakie Motorcycles
Sitzbank: Leatherworks Theo Oppenheim
Fußrasten: Freakie Motorcycles
Fender: Freakie Motorcycles

Metrie
Leergewicht: 190 kg
Radstand: 1550 mm

Info
www.freakie.de
 
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Stand:23 November 2017 08:33:42/bikes/triumph+thunderbird+6t+von+freakie+motorcycles_174.html