Suzuki GS 450 – Licht und Schatten

21.03.2018  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Benjamin Grna
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Suzuki GS 450 – Licht und Schatten
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Ein Motorrad, das eine lange Reise hinter sich hat. Ein Schrauber, der sich zum Lowbudget-Tarif einen Chopper daraus baut. Eine Geschichte bei der das Happy End noch nicht abzusehen ist – Jens und seine Suzuki GS 450
350 Arbeitsstunden, viel selber machen, alles Unnötige verkaufen, dann kannst du das Budget überschaubar halten«, Jens erzählt uns nichts Neues. Wir wissen, dass es nur so gehen kann, gewürzt mit einer nötigen Portion Leidenschaft fürs Thema natürlich. Eine Handvoll Mopeds hatte Jens bis zum Kauf seiner Suzuki schon umgebaut, darunter drei Yamaha SR 500, in Richtung Bobber und Cafe Racer. Trotzdem, ein Starrrahmenchopper war ein Wunsch des 36-jährigen Saalburgers.

Suzuki GS 450 Chopper

Auf japanische Antriebe setzt er sowieso gern, »weil es dafür einfacher ist, Ersatzteile zu beschaffen. Na ja, und günstiger sind sie auch«, erklärt Jens, warum es bei ihm eben keine Harley sein muss. Bei eBay stößt er auf einen runtergerittenen Chopper mit Suzuki-Zweizylinder, das Ganze schon mit starrem Rahmen gebaut, allerdings in üblem Zustand.

Jens kauft das Bike für 1.600 Euro, von einem Italiener. Italienischen Ursprungs ist auch der Chopper an sich, Recherchen ergeben, dass er 1982 in der Nähe von Turin aufgebaut wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt ist sich Jens auch noch sicher, später eine Zulassung zu bekommen, denn schließlich war das Motorrad in Italien voll abgenommen und legal gelaufen. Da Italien Teil der EU ist, ging Jens davon aus, dass das EU-Recht eine Zulassung auch in Deutschland möglich machen müsste.

Suzuki GS 450 Chopper

Und so macht sich der Hobbyschrauber selbstbewusst daran, die GS noch ein ganzes Stückchen mehr zu überarbeiten und zu choppen. Nach dem Kauf wird das Motorrad komplett zerlegt und alles, was nicht mehr verwendet werden soll, verkauft. Ein paar hundert Euro kommen so zusammen, die müssen natürlich von unserer Gesamtrechnung eigentlich abgezogen werden.

Für den Motor muss eine kleine Durchsicht reichen, lediglich neue Zündkerzen, neuer Filter, ein neues Zündschloss und ein paar Kleinteile fließen in den Reihenzweier. Außerdem wird das Aggregat per Trockeneis gestrahlt. Anschließend kümmert sich Jens ums Frontend, speicht das gewählte 21-Zoll-Vorderrad neu ein, gebremst wird vorn wie auch hinten per Trommel.

Gabel und Bremse liefert eine Yamaha, der Lenker kommt von Zombie Performance aus den USA und ist ein klassischer Rabbit Ear. Die Riser liefert eine Triumph Speed Triple. Da Jens beinahe alle seine Teile gebraucht bezieht, müssen sie neu aufgearbeitet beziehungsweise restauriert und passend gemacht werden. Das fängt bei den Harley-Fußrasten an und endet beim King-Sportster-Tank. Den Rahmen befreit der Thüringer von seinem Rot, er wird komplett sandgestrahlt. Den mega­coolen Chopperauspuff fertigt Jens selbst aus 38-mm-Edelstahl, ebenso wie die Sitzbank oder die Batteriebox.

Suzuki GS 450 Chopper

Zahllose Kleinteile müssen außerdem durch die Hände des Schraubers, bevor sie ans Bike dürfen. Auch um die Lackierung kümmert sich Jens selbst. Der Rahmen wird schwarz gelackt. Mit Hilfe von Frischhaltefolie, dem Klassiker Gardine und einigen Youtube-Videos erhält der Tank außerdem ein buntes Outfit. Abschließend wird der Chopper verkabelt, die Elektrik verlegt Jens ebenfalls selbst.
Damit könnte eigentlich alles gut sein, isses aber leider nicht. Denn entgegen aller Annahmen will der TÜV beziehungsweise bei Jens die DEKRA nicht mitspielen, was eine legale deutsche Zulassung angeht. Und so ist der Schrauber momentan auf der Suche nach gnädigen Beamten. The story continues …

Im Detail
1982 baute sich ein gewisser Frankino Torredimare aus Chivasso in der Nähe von Turin seinen ersten Chopper. Basis war eine Suzuki GS 450, den Starrrahmen fertigte er selbst. Es ist eben jene Karre, die im April 2014 in Jens’ Garage landet. Frankino gilt mit seiner Werkstatt »Chop Works« mittlerweile als Vorreiter der Chopperkultur in Italien, baut vielbeachtete Harleys und Triumphs, aber vor ein paar Jahren auch einen extrem flachen Guzzichopper. Seine Bikes hatten wir auch schon vorgestellt. Manchmal ist unsere Szene doch ganz schön überschaubar.

1982 baute sich ein gewisser Frankino Torredimare aus Chivasso in der Nähe von Turin seinen ersten Chopper. Basis war eine Suzuki GS 450, den Starrrahmen fertigte er selbst

Am Gasgriff
Das Bike darf noch nicht offi­ziell auf die Straße. Aber wir haben für euch zumindest ein kurzes Video der Startprozedur: www.vimeo.com/126905285

Technik
Suzuki GS 450, BJ 1998
Erbauer: Jens Schwarz

Motor
Reihenzweizylinder-Viertakt, 
dohc-Vierventiler, 
448 ccm (Bohrung/Hub 71 x 56,6 mm)

Luftfilter: Harley-Davidson
Auspuff: Fishtail
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 43 PS bei 9000 /min
Drehmoment: 36 Nm bei 7500 /min
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifen-Starrrahmen

Gabel: Yamaha XS 650, verlängert
Räder: vorn 21 Zoll, hinten 18 Zoll
Reifen: vorn Avon Speedmaster, hinten Dunlop K70
Bremsen: vorn und hinten Trommel

Zubehör
Tank: H-D Sportster
Sitzbank: Eigenbau
Lenker: Rabbit Ear
Lenkerhalter: Triumph Speed Triple
Instrumente: MMB
Armaturen: Amal
Rücklicht: Lucas
Batteriehalter: Eigenbau
Fußrasten: Harley-Davidson

Metrie 
Leergewicht: 170 kg
Radstand: 1650 mm
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Stand:25 April 2018 18:08:42/bikes/suzuki+gs+450+-+licht+und+schatten_18213.html