Ducati-Honda FRNKSTN von Mellow Motorcycles

03.09.2017  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Christian Heim
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Ducati-Honda FRNKSTN von Mellow Motorcycles
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Das kommt dabei heraus, wenn man eine Resteverwertung von Teilen vornimmt, die sich im Laufe der Jahre in der Werkstatt angesammelt haben. Der Mischmasch von Mellow Motorcycles mutiert so zu einem waschechten Sprintracer, der nur eins können muss: schnell geradeaus fahren
Was für ein Biest«, denke ich mir, als ich das »Monster« erstmals live zu Gesicht bekomme. Das Einzige was ich auf Anhieb identifizieren kann, ist der Motor. Der stammt aus einer Ducati und ist luft-/ölgekühlt. Das genaue Modell verrät mir Amir Brajan, der zusammen mit Flo Hubert Mellow Motorcycles ins Leben gerufen hat. »Der Antrieb stammt aus einer Multistrada 1000 DS.« Die Jungs haben mit ihrer erst 2016 ins Leben gerufenen Customschmiede einen echten Raketenstart hingelegt und mischen inzwischen auch bei verschiedenen Sprintserien mit. Es ist kein Zufall, dass sie mit ihrem FRNKSTN getauften Monster bei den »Sultans of Sprint« antreten. 



»Wir haben auf der Intermot 2016 in Köln die Macher dieser Sprintserie kennengelernt und wurden direkt gefragt, ob wir mitmachen wollten. Nachdem wir einen Blick aufs Reglement und die Bedingungen geworfen hatten, beschlossen wir, das Projekt in Angriff zu nehmen«, erklärt Flo. Aus Zeitgründen müssen sie das Projekt neben der regulären Werkstattarbeit laufen lassen, die oberste Priorität genießt. »Natürlich bedeutet das immer zusätzliche Arbeit und vor allem Überstunden für unsere Mitarbeiter, doch wir wollten wieder etwas im Rennsport machen, etwas wo man sich nicht gleich alle Knochen bricht.« 

Die »Sultans of Sprint«-Serie hat laut eigenen Angaben ein relativ einfaches Reglement: Das Motorrad muss ein Custombike sein. Als Antrieb ist ein Zweizylinder-Viertaktmotor, luft- und/oder ölgekühlt, obligatorisch. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie die Macher das behaupten, denn tatsächlich stehen den Teilnehmern sechs verschiedene Motorkonfigurationen zur Auswahl. Von 800 bis 1400 Kubikzentimetern reicht die Palette, gestaffelt nach Anzahl der Ventile, mit oder ohne Aufladung durch Lachgas, Turbo oder Kompressor. Ebenfalls erlaubt ist eine Verlängerung der Schwinge um bis zu zwanzig Prozent der Originallänge. Das Hinterrad darf maximal 160 Millimeter breit sein. Und bremsen muss das Sprintbike natürlich auch, deshalb sind Bremsen an Vorder- und Hinterrad vorgeschrieben.



Das Team von Mellow Motorcycles entscheidet sich für einen 1000 Kubikzentimeter großen Zweizylinder, dem sie eine Lachgaseinspritzung verpassen wollen. Dieser Motor bietet die beste Mischung aus Gewicht, Leistung und Drehfreude. Das Reglement legt also die Eckdaten fest, anhand derer sich der Aufbau ausrichten wird. Alles andere bleibt den Teams überlassen und so macht sich Mannschaft auf die Suche nach Teilen, die sie verwerten können. Dabei geht der Blick zuerst in die eigenen Regale, schließlich bleibt bei jedem Umbauprojekt etwas übrig, wandern nicht verwendete Teile ins Lager. Damit erklärt sich auch meine Ratlosigkeit beim ersten Treffen mit dem »Monster«, wie ich es heimlich nenne. Der Rahmen stammt zwar von einer Honda CB 750 Four, ist jedoch so grundlegend für die Motoraufnahme verändert worden, dass er als solcher kaum zu identifizieren ist. 

»Der Motor war nur ein Grund, der andere war, dass wir das Bike komplett auf Amir zugeschnitten haben. Die ganze Ergonomie ist auf Amirs Körpergröße ausgerichtet«, klärt mich Flo auf. »Wir wollten den Schwerpunkt so tief wie möglich haben, die Rasten so weit es geht nach hintern versetzen, dass Amir schon beim Start Druck aufs Hinterrad geben kann, ohne dass die Kiste nur noch am Steigen ist. Trotzdem wollten wir uns nicht zu weit von der Motorradoptik entfernen. Deshalb haben wir auch dieses kleine und vor allem kurze Heck gebaut.«



Den V2-Antrieb beschaffen sich die Jungs aus einer 2004er Ducati Multistrada 1000 DS. Obwohl der italienische L-Motor von Haus aus mit 92 PS nicht gerade schwach auf der Brust ist, soll noch eine Lachgaseinspritzung, kurz auch NOS genannt, die Leistung bei Bedarf explodieren lassen. Amir, der Technikchef bei Mellow Motorcycles, nimmt sich den Motor vor, haut sein geballtes Wissen rein und installiert das NOS-System. Auf meine Nachfrage, welche Änderungen er vorgenommen hat und wie viel Leistung das Triebwerk nun generiert, winkt er lächelnd ab: »Sorry, aber das bleibt mein Geheimnis.« Es wird jedenfalls mehr als genug sein, sonst würde der ehemalige Rennfahrer kaum an den Start gehen – nur für den Spaß fahren, ist ihm zu wenig. 

Da das Bike von Grundauf aufgebaut wird, findet auch ein anderer Tank den Weg an den Sprint-Racer. Das Benzinfass stammt von einer Enfield und muss sich ebenfalls einer Transformation unterziehen. Das Teil wird aufgeflext, das Spritvolumen auf drei bis vier Liter reduziert, denn mehr braucht man für die wenigen Läufe einfach nicht, wirft Flo ein. »Außerdem haben wir ihn gleich entsprechend an den Rahmen angepasst«. Da Gewichtsersparnis oberste Priorität hat, finden überwiegend leichte Parts den Weg ans Bike. Die Schwinge spendet eine KTM LC640, die um gleich sieben Zentimeter verlängert wird und ebenfalls aus dem hauseigenen Lager stammt. Gabel und Bremsen entnimmt das Team einer 125er Sherco, einem leichten Crosser.



Der Aufwand insgesamt lohnt sich, denn am Ende bleibt der Zeiger der Waage bei gerade einmal 147 Kilogramm stehen – fahrfertig wohlgemerkt. Bei der Achtelmeile spielt das Gewicht eine entscheidende Rolle. Je weniger Masse beschleunigt werden muss, umso besser. »Wenn du am Start nicht richtig wegkommst, ist das Ding in der Regel sowieso gelaufen«, wirft Amir ein. »Verschaltest du dich, erst recht. Dann rettet dich auch das NOS nicht mehr, das du ab dem zweiten oder dritten Gang zuschalten kannst.« 

Nach rund drei Monaten Bauzeit wird das »Monster«, das offiziell nun FRNKSTN heißt, in Erinnerung an das Teile-Sammelsurium aus dem es zusammengefügt wurde, fertig. Es ist kurz vor knapp, als Amir das erste Mal den Motor startet, denn schon am nächsten Morgen reist das Team Richtung Monza ab, wo der erste Lauf der Sprintserie stattfinden wird. Groß getestet worden ist bis dahin nichts, weder Motor noch Lachgaseinspritzung. Es ist ein Risiko, das sie eingehen. Fliegen sie raus, egal ob aus technischen oder fahrerischen Gründen, war’s das. Keine weitere Teilnahme mehr an den folgenden Veranstaltungen und » … außer Spesen, nichts gewesen«, wie Flo zugibt. Doch alles geht gut, und selbst ohne funktionierende Lachgaseinspritzung kämpft sich Amir ins Finale, besiegt den Yamaha-Racer von Customizer »Schlachtwerk«. Beim zweiten Rennen in Montlhéry gibt es einen umgedrehten Finaleinlauf. Da bei Amir die Lachgaseinspritzung aufgrund eines defekten Magnetventils streikt, gehen Sieg und Punkte ans Schlachtwerk. Das bedeutet Punktegleichstand für den finalen Lauf am Glemseck 101. Es wird spannend. 
 

TECHNISCHE DATEN

Ducati-Honda FRNKSTN  |  Bj. 2017
Besitzer und Erbauer Flo Hubert und Amir Brajan

Motor: luft- /ölgekühlter Zweizylinder-Viertaktmotor, Vierventiler, Desmodromik 992 ccm 
(Bohring/Hub 94 x 71,5 mm)

Einspritzung: Magneti Marelli
Luftfilter: offene Trichter
Auspuff: Eigenbau
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: k. A.
Drehmoment: k. A.

Fahrwerk
Doppelschleifenstahlrohrrahmen, modifiziert

Gabel: Sherco 125
Gabelbrücken: Sherco
Schwinge: KTM LC4 640
Federbein: YSS
Räder: vorn 3,25 x 17 mit Avon-Reifen, hinten 25,00 / 5,5 x 18 mit Racingreifen
Bremsen: vorn Sherco 125, hinten KTM

Zubehör
Tank: Royal Enfield, modifiziert
Lenker: Tomaselli-Stummel
Sitz: Eigenbau
Armaturen: Ducati Multistrada 1000DS
Elektrik: Eigenbau
Instrumente: Ducati Multistrada 1000DS
Lachgaseinspritzung: Nitrous Express
Lackierung: Carstyle

Metrie
Gewicht: fahrfertig 147 kg
Radstand: k. A.

Info: www.mellowmotorcycles.com
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Stand:23 November 2017 08:33:11/bikes/ducati-honda+frnkstn+von+mellow+motorcycles_178.html