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24.02.2017  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Frank Luger

BMW »White Phantom«


BMW-Boxer-Umbauten gibt es mittlerweile in geradezu inflationärem Ausmaß. Ihr Problem: sie ähneln sich alle. Dirk Oehlerkings »White Phantom« hebt sich da wohltuend von der Cafe-Racer- und Scrambler-Masse ab


Noch ist ein Ende des Trends nicht abzusehen. Nach wie vor stehen Cafe Racer und Scrambler bei den Umbauern, egal ob Profi oder nicht, hoch im Kurs. Erst recht, wenn es um das einstige Spießermotorrad mit den zwei liegenden Zylindern geht. Vor weniger als einer Dekade wurde man als BMW-Treiber sofort in die unterste Schublade der Motorradfahrerkategorie gesteckt und mit Klischees überschüttet. Doch das hat sich geändert, denn inzwischen sind selbst die Hersteller auf den Trend-Express aufgesprungen und versuchen den Cafe-Racer- und Scrambler-Hunger ihrer Kundschaft zu stillen.

Für den Gelsenkirchener Customizer Dirk Oehlerking Grund genug, mal wieder etwas völlig anderes zu wagen. Mit seiner Firma Kingston Custom widmet er sich seit Jahren der Verwirklichung zweirädriger Träume und schert sich wenig darum, ob etwas angesagt ist oder nicht. Der Mann baut einfach, worauf er Lust hat – aus Leidenschaft und weil er es ganz einfach will.

Dass es ihm auch die BMWs mit ihrem kultigen Zweizylinder angetan haben, hat er durch aufregende Aufbauten mittlerweile deutlich gezeigt. Mit der »White Phantom« hat er nun eine Idee umgesetzt, die er schon lange mit sich herum trägt. »Jahrelang hatte ich ein Yamaha-Werksmotorrad, genauer gesagt eine Hagon, still und leise bei mir herumstehen, die ich so gut wie niemandem gezeigt habe, auch weil sie so selten war. Inzwischen ist sie bei einem Sammler in gute Hände gekommen und ich hatte wieder Platz für neue Ideen. Da ich Stillstand hasse, war es an der Zeit, mal etwas ganz anderes zu bauen. Ein Motorrad nur für mich.«





Dass Dirk auf eine BMW als Basis zurückgreifen würde, stand schnell fest. Die 1986er R80 RT mit der Monolever-Federung bietet dafür gute Voraussetzungen. Dirk hat ganz klare Vorstellungen, wie seine BMW aussehen soll, selbst der Name steht fest, noch bevor irgendetwas Gestalt angenommen hat. »White Phantom«, eine Mischung aus Bobber und Salzsee-Renner, etwas mit einem Hauch von Geschwindigkeit, kaum greifbar, wie ein Phantom eben.

Mit der Umsetzung der vielen Ideen fangen aber auch die Probleme an. Zwar ist das Rolling-Chassis schnell aufgebaut und zusammengesetzt, doch wie so oft bei echten »Handmade-Projekten«, steckt der Teufel im Detail. »Die Turbo-Technik war dabei nicht das Problem, die habe ich inzwischen gut im Griff, vor allem was die Haltbarkeit betrifft. Die Dinger sind standfest und eignen sich auch für Touren.« Vielmehr ist es die Verkleidung, die immer wieder nach individuellen Lösungen verlangt. »Natürlich hätte ich größere Öffnungen für die Zylinder machen und die Verkleidung dann darüber stecken können, doch es sieht einfach besser aus, wenn die Zylinder erst montiert werden, wenn die Verkleidung schon sitzt. Doch stellt die Montage dann eine echte Herausforderung dar. Ich musste mir spezielle Werkzeuge bauen, um an die entsprechenden Befestigungspunkte zu kommen. Das war alles in allem eine zeitfressende Arbeit.« Ein Aufwand, der sich gelohnt hat, denn die BMW sieht so clean und reduziert aus, als wäre sie aus einem Stück gefertigt worden.





Auch das Fahrwerk war für Dirk wichtig. »Es ist kein Starrrahmen geworden, das Heck federt. Dafür habe ich den Monolever umgebaut und zwei Harley-Zugdämpfer installiert. Das Heck ist jetzt sogar höhenverstellbar.« Der Rest sind unzählige Details, die Dirk am gesamten Motorrad untergebracht hat, und die oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind.

Auf die Gesamtarbeitsstunden angesprochen meint Dirk nur, dass es wohl ein paar hundert gewesen sein müssen. Doch das spielt für ihn keine Rolle. Letztlich zählt nur die Leidenschaft, mit der er alles angeht.

 

Text: Christian Heim
Bilder: Frank Luger

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