BMW R 100R – the whale

01.11.2017  |  Text: Roland Posch  |   Bilder: Stefan Leitner
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BMW R 100R – the whale
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Insider kannten Vagabund Moto und ihre durchgestylten BMW-Umbauten schon. Trotzdem: Das siebte Projekt der österreichischen Manufaktur schlägt besonders ein – weitere Erfolge vorprogrammiert
Erst seit zwei Jahren bauen Designer Paul und Maschinenbauer Philipp professionell Motorräder, zu den exklusivsten gehören die aber schon jetzt. Paul und Philipp haben sich dem Renndesign, der Restaurierung und der Optimierung von Motorrädern verschrieben, immer mit dem obersten Ziel, nicht nur ein Motorrad, sondern auch ein Kunstwerk zu schaffen – trotzdem vollständig fahrbar und funktionabel. Über zu wenige Aufträge können die Steirer sich nicht beklagen und die Garage von Papa reicht als Firmensitz längst nicht mehr aus. So entsteht »V07«, das siebte Bike der Schmiede, schon in neuen, passenden Räumlichkeiten. Und macht einen genauen Blick dringend notwendig.

Vagabund 07 trägt den Namen »the whale« und bezeichnet eine BMW auf Basis einer R 100 R von 1993. Alles schon mal da gewesen, sagt ihr? Na wartet ab, denn wenn  Monolever auf Monocoque trifft, ist das doch nochmal extra spannend

Als Basis dient eine BMW R 100 R, Baujahr 1993, in originalem und sehr gepflegtem Zustand. Nützt dem Bike wenig, den Vagabunden schwebte Größeres vor vor. Nicht mit Handskizzen oder auf Pappkartons beginnt das neue Leben des Boxers, sondern am PC. Bei allen Bikes von Vagabund wird zunächst ein 2-D-Objekt am digitalen Zeichenbrett erstellt, danach nachgearbeitet – so lange, bis eine optimale Form gefunden ist. Erst wenn das virtuelle Bike für Entwickler und Kunden perfekt aussieht, kommen Winkelschleifer und Schweißgerät ins Spiel. Im Fall der aktuellen BMW ist die Vorgabe, ein minimalistisches Bike mit komplexen Lösungen zu bauen, ohne Funktionalität zu opfern. Maximale Einfachheit, aber völlig legal eben. Dass der Auftraggeber Paul und Philipp ansonsten freie Hand lässt, macht die Sache dabei entscheidend einfacher.

Den Motor selbst inspizieren Paul und Philipp bis auf die letzte Schraube, keine Beanstandung. So wird lediglich das Gussteil in schwarzen Lack gehüllt. Für vernünftige Leistung sorgen zum einen die Vergaseroptimierung und zum anderen der neue, keramikbeschichtete Auspuff. Nachdem die BMW von allem unnötigen Ballast befreit ist, gehen die beiden Steirer daran, den Rahmen zu kürzen und zu optimieren. Der ursprüngliche Tank und die Sitzbank fliegen weg und werden durch eine Monocoque-Einheit ersetzt, die wie Scheinwerfer und Kotflügel aus Aluminium handgefertigt ist. Die Blecharbeiten übernahm kein Geringerer als Bernhard Naumann alias »Der Blechmann«. Auf der Oberseite des Tanks wird eine Acrylplatte eingesetzt, unter der sich die Motogadget-Einheit befindet. Durch ziehen an einem Seilzug gleitet der Tank samt Sitz sanft nach oben. Ein ausgeklügeltes Scharniersystem in Verbindung mit einem Gasdruckdämpfer sorgt für eine behutsame, fast schon zärtliche Bewegung.

BMW R 100R – the whale

In die modifizierte Airbox verpflanzten sie die Zündspule. Der sperrige alte Regler wurde gegen einen neuen getauscht und alles neu verdrahtet. Ein Lithium-Ionen-Akku stellt die optimale Energieversorgung bereit. Die Minimalelektrik sorgt für den cleanen Look. Um auch auf der Straße zu überzeugen, wird die Gabel um 70 Millimeter gekürzt und mit YSS-Innereien bestückt. Ein CNC-gefräster Gabelstabilisator vermeidet zu heftiges Flattern des Frontends. Hinten sorgt ein YSS-Federbein für Laufruhe. In die originalen Felgen kommen Edelstahlspeichen, das Felgenband wird schwarz pulverbeschichtet. Zwei 320-mm-Bremsscheiben sorgen in Verbindung mit einer Zwei-Kolben-Bremsanlage von Brembo und einer Grimeca-Einheit für optimalen Bremskomfort. Das freut nicht nur den Besitzer, sondern auch die Behörden. Denn die BMW fährt sich dank der vielen Modifikationen nicht nur sehr wendig, sie hat auch den offiziellen Segen der österreichischen Prüforganisation. Somit ist Projekt Nummer sieben erledigt … Nummer acht steht bereits in den Startlöchern … weitermachen!
 

Technische Daten
BMW R 100R
Bj. 1993
Erbauer: Vagabund Moto

Motor
Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor,
ohv-Zweiventiler,
980 ccm (Bohrung/Hub 94,0 x 70,6 mm)

Vergaser: Bing
Luftfilter: K&N
Auspuff: Vagabund Motor
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kardan
Leistung: 60 PS bei 6500 /min
Drehmoment: 76 Nm bei 3750 /min

Fahrwerk
BMW-Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen,
Vagabund-Heckrahmen

Gabel: BMW, gekürzt
Federbeine: YSS
Räder: BMW original
Reifen: vo. und hi. Continental
Bremsen: vo. HE-Motorradtechnik-Doppelscheibe, hi. Trommel

Zubehör
Tank: Vagabund Moto/ Blechmann
Sitzbank: Vagabund Moto/Blechmann
Lenker: LSL
Armaturen: Grimeca/Domino
Instrumente: motogadget
Fußrasten: LSL
Schutzbleche: Vagabund Moto/Blechmann

Metrie
Leergewicht: 175 kg
Radstand: 1460 mm

Info
www.vagabund-moto.at
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Stand:23 November 2017 08:18:59/bikes/bmw+r+100r+-+the+whale_171024.html