Affetto Ducati 750 Sport

30.12.2017  |  Text: Katharina Weber/Floris Velthuis  |   Bilder: Floris Velthuis
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Affetto Ducati 750 Sport
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Leo Fleuren ist Ducati-Fan seit er zum ersten Mal eines der Motorräder aus Bologna gesehen hat. Sein Shop »Affetto Ducati« ist Anlaufstelle für jeden, der genauso markenaffin ist wie er. Einmal im Jahr baut er ein Bike aufwendig um – 2016 fiel die Wahl auf eine Ducati 750 Sport
Leo war 12 Jahre alt, als er an einer Straße in seinem Dorf stand und eine Ducati an ihm vorbeizog. Peng, Bing, passiert …
Leo war unmittelbar verliebt in Design, Leistung und Geschwindigkeit, er würde keine anderen Motorräder je so lieben wie die Ducatis. Es folgte die Ausbildung als Kfz-Mechaniker, mit 22 Jahren ging Leo nach Luxemburg, um dort für den Ducati-Rennfahrer und Mechaniker Rob Noorlander zu arbeiten. Zurück in Holland macht er sich 1993 in Overasselt mit einem Motorrad- und Zubehörshop selbständig, bei »Affetto Ducati« arbeiten fünf Angestellte unter dem Logo aus Bologna, selbstverständlich gibt’s hier alles nur für die Ducs.



Wir sitzen bei einem heißen Kaffee mit Leo und Mark, dem Besitzer der Sport 750, zusammen. Gerade standen wir noch im Nieselregen unter einer Brücke, um das Motorrad für euch zu fotografieren. Mark ist sichtlich stolz auf sein Bike: »Klassische Linie, kein Plastik, offene Technik – ich bin immer noch genauso begeistert wie an dem Tag, an dem ich den Umbau das erste Mal gesehen habe.«



Die Inspiration für Marks Cafe Racer holte sich Leo in Deutschland, das Glemseck 101 vor eineinhalb Jahren war für ihn ein derartiger Overkill an Ideen, dass er sich für einen Cafe Racer als aktuelles Projekt entschied. »Ein Cafe Racer ist immer eine pure Back-To-Basic-Maschine, was für richtige Männer«, erklärt er. Eine gute Basis findet Leo in der Sport 750 mit Desmo-Zweiventiler. Die hatte er irgendwann gekauft, sie stand bis dato sowieso nur im Shop rum.

Der simple luftgekühlte Motor und der schöne Rückgratrahmen eignen sich perfekt für einen agilen, auch optisch ansprechenden Racer, da ist Leo sich sicher. Am Motor wird deshalb auch nicht überflüssig rumgeschraubt, lediglich die Weber-Vergaser tauscht Leo gegen Dell’Ortos, die eine deutlich bessere Performance liefern. Für einen geschmeidigen Ritt montiert er außerdem eine leichtere Schwungscheibe. Beim optischen Aufbau war wie so oft dieselbe Maxime entscheidend, nämlich alles Unnötige wegzulassen. »Wobei man sich da zunächst mal sehr genau überlegen muss, was unnötig ist«, ergänzt der Customizer. Ein Heckfender wäre da als Beispiel genannt, oder auch ein gemeinsamer Flüssigkeitsbehälter für Kupplung und Bremse – einer gespart.



Leo kürzt außerdem das Heck und verändert den Federweg durch Einbau eines einzelnen, längeren WP-Dämpfers. Das Rahmenheck kommt so etwas höher und harmoniert jetzt perfekt mit der Telegabel vorn. Die Standard-16-Zoll-Räder ersetzt Leo durch 17-Zoll-Leichtgussfelgen aus der Ducati Monster. Auch die Bremsen liefert ein anderes Familienmitglied, die Ducati 996. Reicht aber trotzdem alles noch nicht für einen echten Cafe Racer, und da kommt die »Carrozeria Labro«, ein auf Fahrzeug­restaurierungen spezialisiertes Unter­nehmen in Velp, ins Spiel.

Hier entsteht die Heck-Sitzbank-Kombi aus gebürstetem Aluminium, die zu dem Metisse-Tank aus gleichem Material passt. Den letzten, aber sicher nicht schlechtesten Hingucker an der Affetto-Duc baut schließlich die Manufaktur Paijc Racing. Dort entsteht eine wunderbar verschlungene Auspuffanlage, die trotzdem perfekt funktioniert – stellvertretend für das ganze Motorrad.

Am Gasgriff
Das Gerücht von unzuverlässigen italienischen Motorrädern hält sich hartnäckig, dabei sind gerade moderne Ducatis zuverlässig und gut gebaute Bikes. Das gilt auch für die 750er Sport, die durch Leos Umbau neben der Optik auch an Spritzigkeit und Performance gewonnen hat

Technik
Ducati 750 Sport | Bj. 1998
Erbauer: Affetto Ducati

Motor
V-Zweizylinder-Viertakt, ohc-Desmo-Zweiventiler,
748 ccm (Bohrung/Hub 88 x 61,5 mm)

Vergaser: Dell’Orto 40 mm
Zündung: Minarelli Magnet
Auspuff: Paijc R&D
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kette
Leistung: 73 PS bei 8000 /min
Drehmoment: 72 Nm bei 6000 /min,
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

Fahrwerk
Rückgrat-Stahlrohrrahmen, modifiziert

Gabel: Marzocchi
Federbein: WP
Räder: Ducati Monster 620, vorn 3.50 x 17, hinten 4.50 x 17
Reifen: vorn und hinten Dunlop
Bremsen: Brembo, vorn Doppelscheibe, hinten Scheibe

Zubehör
Tank: Metisse Aluminium
Sitzbank/Heckteil: Carrozeria Labro
Sitzpolster: Manders
Lenker: Ducati
Armaturen: Brembo
Instrumente: motogadget
Lampe: caferaceronderdelen.nl
Rücklicht: caferaceronderdelen.nl
Paintjob: Unlimited Color

Metrie
Leergewicht: 180 kg
Radstand: 1500 mm

Info
www.affettoducati.nl
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